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IMAP und POP3 im Vergleich: Unterschiede auf einen Blick

pop3-IMAP-Unterschied

Obwohl schon oft totgesagt und nicht zuletzt durch Instant Messaging-Dienste und den E-Postbrief zumindest unter Druck gesetzt, fristet die E-Mail mittlerweile seit über vierzig Jahren ein mehr als berechtigtes Dasein im Internetdschungel. So einig man sich allerdings inzwischen über die Bedeutung der elektronischen Nachricht ist, so sehr scheiden sich die Geister bei der Wahl des günstigsten Protokolls für seinen E-Mail-Client: IMAP oder POP3?

E-Mail-Clients verlangen Entscheidung

Ob der Newsletter seines Lieblingsmagazins, die Rechnung seines Stromanbieters oder einfach eine Nachricht eines guten Freundes: Als virtueller Briefkasten versorgt uns die E-Mail Tag für Tag stets zuverlässig mit den an uns adressierten Nachrichten. Mitunter erhält man so viele von ihnen, dass man sich bereits eine zweite Adresse zulegen will, um für bestimmte Anlässe ein bestimmtes Postfach nutzen zu können. Spätestens in diesem Fall empfiehlt sich die Einrichtung eines Mail-Clients (zum Beispiel Mozilla Thunderbird oder Windows Live Mail). Dieser ermöglicht es seine Nachrichten aus mehreren Postfächern mittels eines eigens installierten Programms auf einer übersichtlichen Oberfläche zu lesen, zu versenden und zu bearbeiten, indem er mit dem eigentlichen Mail-Server interagiert. Doch schon bei der Einrichtung des Clients gilt es zu überlegen: Ist IMAP oder POP3 die günstigere Empfangs-Variante für mich?

POP3: Einfach, aber effizient

Seit 1984 ist das Post Office Protocol als eines der ältesten Übertragungsprotokolle in der E-Mail-Szene ein Begriff. Es wurde für den simplen Mailabruf auf Clients entwickelt und auf diese einfache Funktion hin spezialisiert. So ist es zwar lediglich möglich Nachrichten auf dem Server zu löschen und an den Client übertragen zu lassen, doch in der Kürze liegt bekanntlich die Würze. Im Fall von POP3 bedeutet das, dass der Client keine Empfangsbestätigung mehr benötigt und prinzipiell Nachrichten auch offline bearbeitet werden können. Standardmäßig verfügt jeder E-Mail-Client über eine POP-Einstellmöglichkeit. Unschön ist die Tatsache, dass bei der Anwendung von POP bei der Authentifizierung des Nutzers dessen Kennwort und Username unverschlüsselt versendet werden. Je nach Servertyp können aber diverse Erweiterungen das Problem lösen. Immerhin werden wie allgemein üblich die eigentlichen Nachrichten via SSL beziehungsweise TLS codiert. Eher nachteilig gestaltet sich die Arbeit, wenn man von mehreren Computern aus seine Mails bearbeiten möchte, da jeweils nur lokal effektiv Nachrichten archiviert werden können und somit nicht ersichtlich ist, welche Nachrichten in welcher Form bearbeitet wurden. Und unter einer veränderten Archivierungskonfiguration ist die Kapazität des Mail-Anbieters zeitnah erreicht.

IMAP: Eleganter, aber auch aufwendiger

Das Interactive Mail Access Protocol ist so etwas wie die global denkende Weiterentwicklung des POP. Statt lediglich auf einen Client zuzugreifen, ermöglicht das IMAP dem Nutzer die unkomplizierte Arbeit an mehreren Geräten. Dazu werden einfach sämtliche Informationen und Einstellungen, die der Nutzer direkt oder indirekt auf dem Server bearbeitet, auf jedes vernetzte Device übertragen. Daher wird nicht jede bereits gelesene Nachricht auf einem anderen Client erneut abgerufen, sondern so angezeigt, wie der letzte Bearbeitungsstand tatsächlich war. Auf dem Client selbst werden nur Kopien der Nachrichten gelagert, die nötigen Informationen werden online vom Server geholt. Ähnlich wie beim POP werden bei der Authentifizierung des Nutzers dessen Daten voreingestellt uncodiert übertragen. Die IMAP-Funktion ist allgemein beliebter, allerdings nicht immer verfügbar. So ist IMAP zwar unter anderem bei Gmail und Freenet auswählbar, bei den weit verbreiteten Anbietern Web.de und GMX jedoch kostenpflichtig. Wer seinen eigenen Mailserver besitzt, kann selbstverständlich beide Varianten nutzen.

And the winner is…

Auf welches Protokoll man zurückgreift, sollte man letztlich von drei Aspekten abhängig machen. Zum einen ist es von Bedeutung, ob man von mehreren Geräten aus seine Mails checkt oder nicht. Wer auf dem Weg zu oder von der Arbeit bereits via Smartphone Zugriff hat, um dann zu Hause oder im Büro seine Nachrichten weiterzubearbeiten, wird IMAP favorisieren. Nichts ist nerviger, als unzählige schon gelesene oder sogar schon beantwortete Nachrichten nochmals zu erhalten. Zumal man bei POP nicht mal auf die gesendeten Mails zugreifen kann. Abhängig ist dieser Punkt natürlich vom Umstand, ob der eigene Mail-Anbieter IMAP überhaupt offeriert beziehungsweise ob man dafür bereits ist Geld auszugeben. Im letzteren Fall könnte man auch über einen eignen Mailserver nachdenken. Dieser kostet inzwischen nicht mehr die Welt und erspart einem ebenfalls lästige Anbieter-Werbung. Hat man beide Optionen zur Auswahl und arbeitet womöglich nur an einem Device, wird man die höhere Geschwindigkeit von POP3 schätzen. Großer Vorteil: Nachrichten sind bei POP3 in jedem Fall offline verfügbar.