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PBEM: Spielespaß per E-Mail

Spielspaß per eMail

Spiele in jeglicher Form begeistern Menschen von jeher. Doch neben Würfel-und Brettspielen gibt es im Zeitalter von Internet, E-Mail und Co. natürlich auch Spiele in elektronischer Form wie etwa die Play-by-E-Mail (PBEM). Wie Play-by-E-Mail funktioniert, welche Spiele am beliebtesten sind und vor allem welche Zielgruppe Spiele per Mail spielt, verraten wir euch heute.

Am Anfang war das Schachspiel

Die Play-by-E-Mail sind auch unter dem Namen Postspiele bekannt. Postspiele deshalb, weil in früheren Jahrhunderten Schach das beliebteste Spiel unter Adeligen war. Problematisch war daran nur, dass die Adeligen zumeist sehr weit voneinander entfernt residierten, weshalb Boten den Zug des einen zum Hofe des anderen Spielers bringen mussten. Der andere Spieler wiederum musste einen seiner Boten mit dem von ihm getätigten Zug wieder zurückschicken. Auf die Gegenwart bezogen, funktionieren Play-by-E-Mail vergleichsweise ähnlich. Das Spielprinzip funktioniert nach rundenbasierten Mehrspieler-Spielen, bei denen die einzelnen Spielzüge oder Aktionen der Spieler sowie deren Ergebnisse per E-Mail via Internet versendet werden. Klassischerweise werden vorwiegend Brett-und Computerspiele als Play-by-Email gespielt.

Host-basiertes Play-by-E-Mail: Spielzüge direkt an den Host

Man unterscheidet bei Play-by-E-Mail zwischen Host-basierten und Client-basierten PBEM. Als Host wird unter den Mitspielern der Spielausrichter oder Gamehost bezeichnet, welcher Befehle, Spielzüge oder Ergebnisse der Mitspieler per E-Mail empfängt. Im Unterschied zum Client-basiertem PBEM können alle teilnehmenden Mitspieler zeitgleich, also parallel, ihre Befehle, Spielzüge usw. an den Host schicken. Dadurch kann der Host eine zeitgleiche Auswertung der Spielzüge vornehmen. Wann der Host die Spielzüge auswertet, bestimmt er selbst. Die Auswertung kann dabei manuell oder mittels eines Computerprogramms erfolgen. Ist die Auswertung erfolgt, wird sie durch den Host gleichzeitig an alle Spieler per E-Mail verschickt.

Client-basiertes Play-by-E-Mail: Von einem Spieler zum anderen

Unter Client wird ein Spieler in PBEM verstanden. Anders als beim Host-basierten PBEM schicken hierbei die Mitspieler ihre einzelnen Spielzüge reihum von einem zum anderen Mitspieler. Die Auswertung der Spielzüge erfolgt hierbei auf den Clients der Mitspieler. Dabei wird zwischen aktiven und passiven Mitspielern unterschieden. So gibt der aktive Spieler seine Befehle bzw. Spielzüge lokal in seinem System ein und kann sich dann entspannt zurücklehnen und zugleich die Auswirkungen seines Spielzuges ansehen. Die anderen Mitspieler agieren währenddessen passiv oder folgen evtl. vorher festgelegten Regeln. Im Gegensatz zu Host-basierten PBEM wird bei Client-basierten PBEM kein Host benötigt, der ständig und zentral im Netz verfügbar sein muss. Eine aufwendige technische Infrastruktur muss daher auch nicht eingerichtet werden.

Wer spielt, verliert? Von wegen!

Weit verbreitete Vorurteile von „Nerds“, die ihre Tage und Nächte damit zubringen, chipsfutternd und colatrinkend vor ihrem Computer zu sitzen und zu „zocken“, sind weit überholt. Die Zielgruppe für Play-by-E-Mail variiert je nach Spielart. Allgemein kann man aber sagen, dass die Zielgruppe durch langjährige, treue Mitspieler bestimmt wird. Dies liegt u.a. darin begründet, dass sich Spiele oftmals über mehrere Jahre erstrecken. Die meisten Play-by-E-Mail sind Strategiespiele. Hierbei sind Diplomatie, Ausdauer und Geduld gefragt, um den gewünschten Spielerfolg zu erzielen. Die Strategiespiele sind zumeist als Fantasy-Spiele in Form von Rollenspielen angelegt. Die Thematik der Spiele handelt sehr oft von Göttern, Magie, Schätzen und vergangenen Städten. Wer also mehr auf Actionspiele steht, sollte auf Online-Games setzen anstatt auf PBEM.

Die beliebtesten PBEMs

Als eines der populärsten PBEMs gilt bis heute Quest. Quest ist ein großes Fantasy-Abenteuer durch eine Welt voller mächtiger Götter, seltsamer Magie und Traumstädten. Mystische Bestien bewachen hier unermessliche Schätze. Mittels Schwert und Zauberbüchern begeben sich in diesem Spiel die Mitspieler auf ihre Reise durch diese Welt. In diesem Spiel geht es darum, Anerkennung bei den Göttern zu finden und gegen Kreaturen der Finsternis zu kämpfen. Hunderte Spieler können bei Quest zur gleichen Zeit mitspielen. Doch auch die sportliche Komponente kommt bei PBEMs nicht zu kurz. So gibt es etwa PS-Golf, wo Turniere ausgetragen und Weltranglistenpunkte vergeben werden.

Verbreitung von Play-by-E-Mail

Die Verbreitung von PBEM und damit einhergehend die Popularität dieser Spiele ist wahrlich schwer einzuschätzen, da oft nur dezentral in abgeschlossenen Runden und somit im stillen Kämmerlein gespielt wird. Lediglich die großen Host-basierten PBEM bilden hier die Ausnahme. In jedem Fall ist es immer noch cooler, mal schnell ein Online-Spiel zu „zocken“, wodurch Online-Spiele wesentlich weiter verbreitet sind als PBEMs. Die Ursache könnte sein, dass man kaum Geduld und Zeit aufbringen muss, wenn man mal schnell eine Runde „zocken“ möchte. Generell ist aber Fakt, dass Host-basierte PBEMs stärker verbreitet sind als Client-basierte Spiele, da oft nur ein Web-Browser oder Email-Programm zum Spielen benötigt wird. Doch nicht jeder Spieler besitzt dafür das nötige Kleingeld. Die Client-basierten Spiele hingegen brauchen oft eine spezielle Software, was im worst case mit ziemlich hohen Kosten verbunden ist.