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Dresden wird zur „De-Mail City“

De-Mail City Dresden

Obwohl unser Leben von vorne bis hinten digitalisiert und vernetzt ist, vertrauen die meisten bei wichtigen Dokumenten immer noch mehr dem gedruckten Papier als der elektronischen Variante. Dabei sollte die Einführung von De-Mail genau diese Kommunikationslücke schließen. Aufgrund dieser Anlaufschwierigkeiten geht die sächsische Landeshauptstadt Dresden jetzt mit gutem Beispiel voran. Sie ist jetzt die offizielle „De-Mail-City“.

Klicken statt Briefmarke aufkleben

Die Nebenkostenabrechnung einsehen, Wohngeld beantragen, eine Petition einreichen – für diese Dinge musste bisher der gute alte unterschriebene Brief herhalten. Zukünftig sollen diese Vorgänge in Dresden größtenteils elektronisch ablaufen. Die De-Mail, die sicherere Variante zur E-Mail, ersetzt dabei das Papier. Bei der De-Mail kann die Identität der Kommunikationspartner zweifelsfrei nachgewiesen und der Versand und Erhalt nachgeprüft werden. Abgesicherte Verbindungen zu den De-Mail-Servern sollen verhindern, dass jemand die Nachrichten unterwegs abfängt oder mitliest. Durch den hohen Sicherheitsgrad können Spam und Phishing vermieden werden. Rund 25 Dresdner Firmen, Vereine und Behörden machen bei der Initiative „De-Mail-City“ mit und haben ein De-Mail-Konto eingerichtet. Bis 2015 ist der Service deutschlandweit noch kostenlos. In Dresden bekommt zusätzlich jeder, der sich eine De-Mailadresse zulegt, einen Einkaufsgutschein.

Sachsen als Vorreiter

Trotz der offensichtlichen Vorteile von De-Mail, stagniert die Nutzung der De-Mail noch bei vielen Nutzern. Gemessen an der Anzahl der Behörden, die ein De-Mail-Konto haben, könnten prinzipiell 38 Millionen Menschen das System verwenden. Da die tatsächlichen Zahlen aber weit darunter liegen, will Sachsen die Vorreiterrolle in Sachen digitaler behördlicher Kommunikation übernehmen.So wurde Mitte Juni 2014 das sächsische E-Government-Gesetz im Landtag verabschiedet. „Wir ermöglichen Bürgern und Unternehmen eine einfache, rechtssichere und vertrauliche elektronische Kommunikation mit den sächsischen Behörden. Dadurch kann künftig das bisher übliche bürokratische Einreichen von schriftlichen Anträgen entfallen“, sagt Staatsminister Dr. Jürgen Martens. Das Gesetz bildet die Grundlage für den Schriftverkehr über De-Mail und der Nutzung der eID-Funktion, der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises.  Zudem wurde ein Normenkontrollrat eingerichtet, ein unabhängiges Gremium aus sechs Mitgliedern, das die Ministerien bei der Umsetzung des E-Government-Gesetzes unterstützt.

De-Mail spart Zeit und Geld

Mit der Gesetzesgrundlage erhalten die Dresdner Behörden die nötige Sicherheit beim Übergang zum elektronischen Schriftverkehr. Besonders für die rund 45.000 Studenten der Landeshauptstadt sei die Variante zum klassischen Brief attraktiv, weil hiermit Porto und der mehrtägige Postweg gespart wird. BAföG-Anträge und Immatrikulationsbescheinigungen online zu versenden bedeutet für die „Generation Digital“ keine Umstellung, sondern ist eher eine natürliche Weiterentwicklung der ohnehin schon digitalisierten Alltagskommunikation. Auch für Behörden lohnt sich der Schriftverkehr per De-Mail, da auf die Masse an Briefen gerechnet viel Geld und Papier gespart wird. Kritiker der Umstellung bemängeln die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung , bei der die zu übertragenden Daten auf der Senderseite verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt werden.

Fazit

Die De-Mail setzt auf rechtssichere und vertrauliche elektronische Kommunikation und spart Zeit und Geld. Wer der De-Mail trotzdem nicht traut und lieber auf Nummer sicher gehen will, kann seine Anträge natürlich auch weiterhin auf dem klassischen Postweg versenden.