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Eigener Mailserver: Endlich Herr seiner Mails sein

Mailserver

Eine funktionierende E-Mail-Adresse zu erhalten, ist dank zahlreicher E-Mail-Dienste überhaupt kein Problem mehr. Allerdings ist bei diesen der domain-part, also das, was hinter dem @-Zeichen steht, in der Regel nur gegen Bezahlung frei wählbar. Und das ist nicht der einzige Nachteil. Ein eigener Mailserver kann da eine gute Alternative sein.

Mit individueller Domain Nachrichten senden und empfangen

Private Mailserver machen letztlich nichts anderes als herkömmliche Mail-Anbieter: Sie verschicken, empfangen, archivieren und verwalten Nachrichten. Ein Mailserver besteht immer aus mehreren Modulen. Der sogenannte Mail Transfer Agent kümmert sich um den Empfang und die Weiterleitung von Nachrichten. Der Mail Retrieval Agent holt Mails von den Servern und sorgt dafür, dass diese lokal gespeichert werden können. Weitere Module verhindern das Aufkommen von Spam (Mailfilter) und die Zuteilung von erhaltenen Nachrichten in die entsprechenden Postfächer (Mail Delivery Agent). Im Gegensatz zu E-Mail-Providern wie z.B. T-Online oder GMX, die ihren Nutzern ein Konto auf ihren eigenen Servern anbieten, hat man aber für gewöhnlich entscheidend mehr Freiheiten.

Nachdem man sich seine eigene Domain beim Network Information Center (NIC) oder gleich bei der deutschen Domain-Verwaltung DENIC gesichert hat, kann diese automatisch für die individuelle Mail-Adresse verwendet werden. Denkbar ist der Familienname, das eigene Unternehmen oder eine sonstige Bezeichnung, die bislang noch nicht registriert wurde. Gerade Firmen sollten unbedingt eine individualisierte E-Mail vorweisen können, will man Seriosität und Professionalität an Kunden und Geschäftspartner vermitteln. Als Nutzer eines Mailservers ist man auf jeden Fall flexibel: Wechselt man beispielsweise eines Tages den Anbieter, kann man seine Domain einfach mitnehmen. Diese Garantie hat man bei E-Mail-Providern nicht, wie beispielsweise Mail-Nutzer von Lycos (inzwischen wieder aktiv) bei der Schließung des Dienstes 2009 schmerzlich feststellen mussten. Netter Nebeneffekt eines Mailservers: Werbemails, die E-Mail-Provider an ihre Nutzer schicken, fallen logischerweise komplett weg. Ein weiterer Vorteil ist die Verwendung von IMAP als Netzwerkdateisystem, wodurch bereits gelesene Nachrichten auch von anderen Rechnern aus als solche dargestellt werden. Zwar bieten viele Provider ebenfalls IMAP an, andere wiederum binden diese Funktion jedoch an den Kauf eines Premium-Pakets oder haben standardmäßig nur POP3 zur Verfügung (mehr zu IMAP und POP3).

Mailserver je nach geplantem Nutzungsverhalten wählen

Wer schon einen Serverplatz bei einem Webhoster wie z.B. 1&1 oder Strato für die Unterbringung einer eigenen Webseite hat, bekommt normalerweise automatisch einen Mailserver dazu. Doch auch ohne Webseite kann man auf E-Mail-Hoster mit Webserver zurückgreifen. Die Angebote variieren dabei teilweise stark. Je nach geplantem Nutzungsverhalten lohnt deshalb ein umfassender Vergleich. So gibt es Unterschiede beim verfügbaren Speicherplatz, der Anzahl der maximal möglichen Postfächer und im Umgang mit Kontakten, Kalendern und ähnlichen Zusatzleistungen. Premiumpakete für fünf bis zehn Euro monatlich ermöglichen das Importieren von Kontakten aus sozialen Netzwerken oder die Synchronisation mit dem Smartphone, zum Beispiel via Microsofts ActiveSync. Umfangreiche Apps, wie sie bei den herkömmlichen E-Mail-Providern mittlerweile Standard sind, sind bei gehosteten Mail-Adressen allerdings noch keine Selbstverständlichkeit.

Einfache Pakete mit wenigen Postfächern und geringerem Speicherplatz reichen mitunter aus, wenn man lediglich  eine Familien-Adresse verwalten möchte oder der Traffic allgemein eher gering ausfällt. Diese kosten derzeit ungefähr einen Euro monatlich. Mit zwei Gigabyte Speicher pro Postfach ist man für normale Korrespondenz ohne wiederholt große Anhänge bestens aufgestellt. Abgesehen davon lässt sich dieses Problem mit der Einrichtung eines E-Mail-Clients, der Nachrichten lokal speichert, umgehen. Ein komplett eigener Server ergibt erst bei kleineren Unternehmen Sinn. Zwar spart man sich die monatlichen Nutzungsgebühren an den Host, ist dafür aber auch für Konfiguration und Wartung verantwortlich. Zumal die Anschaffungskosten sich meist erst spät rentieren.

Will man sich nun entscheiden, ob ein eigener Mailserver lohnt, sollte man sich im Grunde zwei Fragen stellen: 1. Welche Funktionen brauche ich für meinen alltäglichen Mailverkehr? 2. Bin ich bereit für diese Funktionen Geld auszugeben?